Kalt Beizen mit Soda (Natriumcarbonat), Essigessenz und Alaun

Pflanzliche Fasern wie Baumwolle und Leinen nehmen die Pflanzenfarben eher verhalten an. Daher lege ich Textilien oder Garne aus Pflanzenfasern in essigsaure Kaltbeize ein. In alten Büchern habe ich gelesen, dass die Textilien eine Stunde im Sodabad gekocht werden sollten. Doch dieser Vorgang erwies sich als nicht gerade schonend für die Fasern. Nach einigen Versuchen hat sich diese Beize als besonders schonend und effektiv für die Färbung von pflanzlichen Fasern erwiesen. Die Vorbereitungszeit ist zwar deutlich länger, doch der Aufwand lohnt sich. Die Beize verdirbt nicht und kann so lange verwendet werden, bis sie aufgebraucht ist.

Natriumkarbonat (Na2CO3) wird durch Abbau natürlich vorkommender Minerale gewonnen. Das auch unter der Bezeichnung (Wasch-)Soda oder kohlensaures Natron bekannte Reinigungsmittel ist preiswert von Heitmann oder Holste in Drogerien erhältlich. Es darf nicht mit Natriumbicarbonat, das auch Speisesoda bzw. Speisenatron genannt wird, verwechselt werden.

Grundrezept
  • Einen Eimer mit ungefähr 20 Liter Wasser bereitstellen
  • 150 g Alaun in 1 Liter warmen Wasser auflösen und dem Wasser im Eimer zufügen
  • 100 g Essigessenz ebenfalls dem Wasser zufügen
  • 50 g Natriumkarbonat/Soda in 1 Liter Wasser auflösen und dann ebenfalls einrühren. Die Essigsäure reagiert mit der alkalischen Lösung, daher ist ein wenig Vorsicht geboten!
  • 1000 g Textilfaser gründlich in Wasser einweichen und dann feucht in das kalte Beizbad für mindestens 12 Stunden einlegen
  • Fasern im Beizbad ab und zu sanft bewegen

Ich bevorzuge das Verbleiben der Fasern im Beizbad über Nacht, damit die Beize gut eindringen kann. Eine längere Einwirkzeit ist immer möglich, verbessert jedoch das Färbeergebnis kaum.