Garne und Wolle als Färbegut

Ich färbe am liebsten Schafschurwolle, die ich dann verstricke. Bei Wollknoll gibt es Garne zum Färben in verschiedenen Stärken und unterschiedlichen Materialzusammensetzungen in sehr guter Qualität.

Ich durfte auch schon handgesponnene Alpakawolle färben. Reine Alpakawolle gibt es ebenfalls bei Wollknoll.

Filz als Färbegut

Auch meinen Filzarbeiten konnte ich mit Pflanzen sehr schöne Farben verleihen. Da die Filzfähigkeit der Wolle durch das Färben eingeschränkt wird, färbe ich das fertige Werkstück. Anfangs habe ich rohe Filzwolle gebeizt und gefärbt. Doch bei dieser Vorgehensweise musste ich feststellen, dass die Wolle zwar schön aussah, aber ganz schlecht gefilzt hat. Daher habe ich mir eine andere Vorgehensweise erarbeitet, die ich hier näher beschreibe.

Hier sind einige Beispiele von gefärbten Filzhüten.

Ligustergefärbter Filzhut
Holunderbeerengefärbter Filzhut

Filz mit wilden Farben

Für die Zeitschrift „Holunderelfe“ habe ich einen Beitrag über die Herstellung dieses ganz speziellen Filzhutes geschrieben. Die Geschichte um den Holunder-Elfenhut könnt ihr in der Frühjahrausgabe 2021 lesen.

Hier möchte ich die einzelnen Arbeitsschritte des pflanzengefärbten Filzhutes beschreiben:

Begonnen wird mit dem Filzen

Dafür brauchen wir:
  • etwa 200 g naturweiße Wolle im Vlies (Kapmerino von www.wollknoll.de
  • 1 Stück feste Schrankfolie
  • 1 Stück hautschonende Seife
  • warmes Wasser
  • 2 Handtücher

Hüte werden als Hohlform gearbeitet. Dafür schneide ich ein Stück feste Schrankfolie in die gewünschte Form, die etwa 1/3 größer ist, als der Hut werden soll.

Die so zugeschnittene Schrankfolie wird nun gleichmäßig mit Wollvlies ausgelegt.

Das Vlies wird nun mit warmem Seifenwasser beträufelt. Ich habe mir die Arbeitstechnik angeeignet, dass ich mich von der Spitze weg bis zur Krempe vorarbeite.

Mit nassen, gut eingeseiften Händen massiere ich die Wolle zuerst sanft und dann fester, bis ein stabiler Filz entstanden ist.

Jetzt kann ich die Folie entfernen, den Hut auf links drehen und dann wird auch innen der Filz gut massiert.

Nun wird der Hut gewalkt, das heißt dass der Filz mit kräftigem Druck gerollt wird, damit er sich immer mehr verfestigt. Dadurch verliert der Hut auch einiges an Größe und schrumpft um etwa ein Drittel.

Dann wird der Hut gründlich in kaltem Wasser gespült werden, bis alle Seifenlauge entfernt ist.

Zum Schluss wird nochmals gründlich zwischen einem oder zwei Handtüchern gewalkt, bis der Hut seine gewünschte Größe hat.

Mit Hilfe einer alten Hutmacherform wird der Hut in seine endgültige Form gebracht, die er nach dem Trocknen auch behält.

Weiter geht es mit dem Beizen

Da die Filzfähigkeit der Wolle durch das Färben eingeschränkt wird, färbe ich das fertige Werkstück. Anfangs habe ich rohe Filzwolle gebeizt und gefärbt. Doch bei dieser Vorgehensweise musste ich feststellen, dass die Wolle zwar schön aussah, aber ganz schlecht gefilzt hat. Daher habe ich mir eine andere Vorgehensweise erarbeitet. Ich filze das Objekt aus roher, unbehandelter Wolle. Danach lege ich es über Nacht in Alaun-Beize, um es am nächsten Tag zu färben.

Die Farben können nur an der Faser haften, wenn dem Färben ein Beizvorgang vorangegangen ist! Die Moleküle der Beize setzen sich an die Fasern. An diesen wiederum haften dann die Farbstoffe und gehen eine Verbindung mit den Fasern ein.

Zum Ansetzen der Beize verwende ich einen Eimer, der ausreichend Platz für den großen Hut bietet. Außerdem brauchen wir Alaun und Wasser.
  • 150 g Alaun in 1 Liter warmen Wasser auflösen und dann in 24 Liter warmes Wasser einrühren
  • Den fertig gefilzten Hut gründlich in Wasser einweichen und dann feucht in das warme Beizbad einlegen

Ich bevorzuge das Verbleiben des Filzes im Beizbad über Nacht, damit die Beize gut eindringen kann. Eine längere Einwirkzeit ist immer möglich, verbessert jedoch das Färbeergebnis kaum.

Jetzt kann der Hut aus dem Beizbad genommen und nochmals gut ausgewaschen werden.

Jetzt bekommt der Hut seine Farbe

Nun ist der Hut gut auf den Färbevorgang vorbereitet. Zwischenzeitlich konnte ich die Pflanzen sammeln, um den Farbsud zu kochen. Beide Färbepflanzen lassen sich gut bevorraten und können daher in einem Vorgang verarbeitet werden. Holunderblüten färben getrocknet ebenso gut wie frisch. Holunderbeeren färben sogar besser, wenn sie zuvor eingefroren waren. Ich vermute, dass beim Einfrieren die Zellwände beschädigt werden und der Saft so besser austreten kann.

Die Krempe habe ich mit Holunderblüten gefärbt – die Spitze des Hutes mit Holunderbeeren.

Dafür werden 10 bis 12 Holunderblütendolden in 10 Liter Wasser aufgekocht und für einige Stunden ziehen gelassen.

Die Krempe des Hutes wird in den Farbsud gegeben. Der Hut bleibt so für einige Stunden im Farbbad. Danach wird er nochmals gründlich gewaschen, damit der Farbüberschuss ausgespült wird.

Für die Färbung der Hutspitze werden ungefähr 1 kg Holunderbeeren in 15 Liter Wasser aufgekocht und für einige Stunden ziehen gelassen.

Der vorgebeizte Filzhut wird nun mit der Spitze voran das Farbsud gegeben. Die bereits gefärbte Krempe habe ich ausgespart, indem ich sie am Rand des Eimers befestigt hatte. Der Hut bleibt so für einige Stunden im Farbbad. Danach wird er nochmals gründlich gewaschen, damit der Farbüberschuss ausgespült wird.

Mit einem alten Handtuch wird der Hut trockengewalkt und auf der Hutmacherform wieder in Form gebracht und getrocknet.

So ein großes Filzstück, wie der Hut ist für Anfänger schon recht schwierig. Ein einzelnes Blatt zu filzen und anschließend zu färben, das können sich auch ungeübte Filzer zutrauen. Hier wird ebenfalls zuerst aus weißer Merinowolle gefilzt. Die Blattadern habe ich aus grünem Kammzug aufgefilzt.

Dann kommt das Blatt in die Beize, während die Farbe aus den Flechten gekocht wird.

Wenn das Blatt dann aus dem Farbbad kommt, wird es noch etwas ausgewaschen, geformt und getrocknet.

Seide als Färbegut

Seide nimmt die Farben sehr gut an. Aus den eingefärbten Seidengarnen webt mein Mann Brettchenborten, die unsere Gewänder zieren.

Sanfte Seidengarnfärbungen

Feine Seidentücher lassen sich leicht färben und auf vielfältige Weise verwenden.

Gefärbte Seidentücher