Färbegut mit Naturseife auswaschen

Nachdem die Wolle bzw. der Stoff dem Färbebad entnommen wurde, muss sie gründlich ausgewaschen werden. Ich verwende dafür ein handwarmes Bad mit Wollwaschmittel oder etwas aufgelöste Naturseife. Sehr gutes Erfahrungen habe ich mit dieser Seife gemacht, die sich selbst siede. https://www.siedekessel.de/rezept/vanille-honig-schafmilchseife/

Der hohe Lanolingehalt macht vor allem Wolle flauschig und glättet die Oberfläche.

Danach wird die Wolle bzw. der Stoff mit klarem Wasser gut ausgewaschen.

Falls der Farbton noch etwas intensiver und dunkler werden soll, empfiehlt sich ein abschließendes Bad in Eisen- oder Kupferacetat. Hierfür gebe ich etwa 50 g Eisen-oder Kupferacetat auf gut 5 Liter Wasser. Dann weiche ich die Textilien im Bad ein, bis sich die gewünschte Färbung einstellt. Danach spüle ich die Wolle nochmals gründlich, bevor ich sie zum Trocknen aufhänge.

 

Weiterentwicklung mit Kupferessig

Ebenso einfach wie die Herstellung von Eisenacetat, ist die von Kupferacetat. Es genügen einige Kupfermünzen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Durch die Nachbehandlung mit Kupferacetat wird ein dunklerer Farbton erzielt. Gelbtöne nehmen eine leicht grüne Färbung an.

Rezept zur Herstellung von Kupferacetat (Kupferessig)
  • Einige Kupfermünzen in ein großes Schraubglas geben.
  • Mit weißem, preiswertem Speiseessig auffüllen.
  • Das Glas verschließen und für eine Woche stehen lassen.
  • Danach den inzwischen dunkel gewordenen Essig absieben und in einem verschlossenen Glas bis zur Verwendung aufbewahren.

Weiterentwicklung mit Eisenessig (Eisenacetat, Rostessig)

Als ich mich mit den Möglichkeiten der Weiterentwicklung der gefärbten Textilien befasste, entschied ich, dass für mich Eisensulfat und Kupfersulfat nicht in Frage kommen. Beide haben die Gefahrstoffkennzeichung „Umweltgefährlich“ und „Gesundheitsschädlich“ – dies lässt sich mit meinen Ansprüchen nicht vereinbaren.

Ich bevorzuge Eisenacetat, auch Eisenessig oder Rostessig genannt. Dieser wird durch eine Reaktion von Eisen mit Essigsäure gewonnen. Schon in der Antike wurden mit Galläpfeln und Eisenacetat Textilien fast schwarz gefärbt. Die Herstellung von Eisen- oder Rostessig ist sehr einfach.

Rezept zur Herstellung von Eisenacetat (Eisenessig, Rostessig)

  • Ein Stück Stahlwolle in ein großes Schraubglas geben.
  • Mit weißem, preiswertem Speiseessig auffüllen.
  • Das Glas verschließen und für eine Woche stehen lassen.
  • Danach den inzwischen dunkel gewordenen Essig absieben und in einem verschlossenen Glas bis zur Verwendung aufbewahren.

Eisenessig aus Bohnerz

In unmittelbarer Nähe meines Wohnortes befinden sich versteckt im Wald die alten Erzgrubenweiher. In jedem Frühjahr suchen wir sie auf, um die Krötenwanderung zu beobachten. Das eigentlich interessante an diesen Weihern ist, dass es sich um stillgelegte Erzgruben handelt, die sich mit Wasser gefüllt haben. Schon die Kelten haben das Bohnerz zu Eisen verarbeitet. Archäologische Funde belegen, dass die Römer die Verhüttung des Bohnerzes fortgesetzt hatten. Es ist urkundlich belegt, dass bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Ostalb die Gewinnung des Bohnerzes nach bergbaulichen Maßstäben betrieben wurde. Zurückgeblieben sind nun die idyllischen Weiher, die im schattigen Wald ruhen. Nichts erinnert mehr an das geschäftige Treiben, das über Jahrhunderte hier stattfand. In den Uferbereichen findet sich noch immer Bohnerz, das ich für die Herstellung von Eisenessig gesammelt habe.

Die „Hermannsquelle“ in Bad Muskau

Bei unserer Wanderung rund um Bad Muskau stießen wir auf einen Bach, dessen Wasser rostig braun war. Es handelte sich um eine natürliche Eisenvitriolquelle, die in früheren Zeiten als Trinkkur genutzt wurde. Schade, dass ich keine mit Pflanzen gefärbte Wolle dabei habe, um sie hier am Bach zur Nachentwicklung eintauchen kann.

Hermannsquelle

Die Hermannsquelle