Lärchenrinde

Lärchenast mit Flechten überzogen

Lärchenast mit Flechten überzogen

Auf meinen Spazierwegen rund um unser Dorf steht eine schöne Lärche. Auf dem Boden liegen immer alte Zapfen und abgestorbene Zweige. Diese habe ich eingesammelt und die Rinde mitsamt den darauf gewachsenen Flechten abgeschält. Das ganze habe ich dann zerkleinert. Das geht recht einfach, wenn man die Rinde in einer Stofftasche sammelt und zuhause mit dem Fleischklopfer so lange auf die gefüllte Tasche schlägt, bis die Rinde die gewünschte Größe hat. Ich trage stets eine Stofftasche und ein Häkelnetz bei mir, das sind nämlich meine „Beutetaschen“. Dieses Lärchen-Flechten-Gemisch habe ich dann aufgekocht und eine dunkle rot-braune Färbeflotte erhalten.

laerchenrindenfaerbung

Die Wolle hat die Farbe sehr schnell angenommen und auch nach dem Auswaschen war das Rotbraun noch sehr intensiv. Ob dies nun von den Flechten, der Rinde oder von beidem kommt, das vermag ich nicht zu sagen.

Rezept rotbraune Färbung mit Lärchenrinde für 100 g Textilmaterial

  • 200 g zerkleinerte Lärchenrinde in 10 Liter Wasser aufkochen lassen
  • über Nacht ziehen lassen
  • vorgebeiztes Färbegut in den Farbsud zwischen die Rindenstücke einlegen
  • eventuell Wasser zugeben, damit das Färbegut bedeckt ist
  • auf ungefähr 70 Grad erwärmen
  • vom Herd nehmen
  • unter gelegentlichem Umrühren für einen Tag ziehen lassen
  • dann waschen und spülen

Rosskastanienrinde

Beim Spaziergang im Wald fiel mir eine umgestürzte Kastanie ins Auge. Ich sammelte die leicht zu entfernende Rinde ein. Zuhause habe ich diese zerkleinert und in einem Topf aufgekocht. Den Sud habe ich dann 1 Tag lang stehen lassen, um ihn nochmals zusammen  mit dem Textilmaterial zu erwärmen. Nach einem weiteren Tag konnte ich die Wolle entnehmen, die inzwischen einen sehr schönen, satten, rotbraunen Farbton angenommen hatte. Diese Färbung werde ich bei Gelegenheit wiederholen, da ich noch ausreichend Rinde aufbewahrt habe.

Gefärbt wurde mit der Rinde des Baums

Rezept rotbraune Färbung mit Rosskastanienrinde für 100 g Textilmaterial

  • 200 g zerkleinerte Rosskastanienrinde in 10 Liter Wasser aufkochen lassen
  • über Nacht ziehen lassen
  • vorgebeiztes Färbegut direkt in das Pflanzenmaterial einlegen
  • eventuell Wasser zugeben, damit das Färbegut bedeckt ist
  • auf ungefähr 70 Grad erwärmen
  • vom Herd nehmen
  • unter gelegentlichem Umrühren für einen Tag ziehen lassen
  • dann waschen und spülen

Eichenrinde

Das letzte Wochenende waren wir mit der Seifenküche beim Küchengartenfest in Bad Muskau. Dies war unser erster Besuch in der idyllischen Park- und Kurstadt, die im Nordos-ten des Freistaates Sachsen an der Lausitzer Neiße, unmittelbar an den Grenzen zu Polen liegt. Wir sind zwei Tage vor der Veranstaltung angereist, um ausgedehnte Spaziergänge in den schönen Landschaftspark zu unternehmen. Dieser wurde durch Fürst Ludwig Heinrich Hermann von Pückler-Muskau in den Jahren 1815 – 1845 im englischen Stil angelegt und hat eine Ausdehnung von ungefähr 830 Hektar, von denen ein Drittel auf deutscher und zwei Drittel auf polnischer Seite liegen. Hier befindet sich auch die Hermannseiche, die unser be-sonderes Interesse erweckte, da sie ja unseren Nachnamen trägt. Unmitten des wild-romantischen, abgelegenen Teils des Parks fanden wir die Reste der ausgebrannten Eiche, in die 2004 der Blitz eingeschlagen hatte. Jedoch ließ uns die Baumruine erahnen, wie gewaltig die Eiche einst war. Zu unserer großen Freude entdeckten wir rund um die Eiche einen sehr gut erhaltenen, ehemaligen Thingplatz. Leider konnten wir bislang nichts näheres in Erfahrung bringen und vermuten, dass der Thingplatz einst von den Sachsen genutzt wurde. In der näheren Umgebung fanden wir weitere, uralte Eichen, deren gewaltige Äste teilweise gefällt auf dem Boden lagen. Hier sammelten wir die Rinde, die als Ausgangsmaterial für unsere Färbung diente. Wieder zuhause angekommen habe ich die Rinde grob zerkleinert und aufge-kocht, um am nächsten Tag Wolle damit zu färben. Das Farbergebnis war gut und wie erwartet ein mittlerer Braunton, der an unbehandeltes Eichenholz erinnert. Auf jeden Fall haben wir die Erinnerung an diese Eichen in einen Schal festgehalten.

Eichenrinde-Färbung

Rezept braune Färbung mit Eichenrinde für 100 g Textilmaterial

  • 200 g zerkleinerte Eichenrinde in 10 Liter Wasser aufkochen lassen
  • über Nacht ziehen lassen
  • vorgebeiztes Färbegut direkt in das Pflanzenmaterial einlegen
  • eventuell Wasser zugeben, damit das Färbegut bedeckt ist
  • auf ungefähr 70 Grad erwärmen
  • vom Herd nehmen
  • unter gelegentlichem Umrühren für einen Tag ziehen lassen
  • dann waschen und spülen

Blauholz

Eigentlich sammle ich das Pflanzenmaterial lieber selbst, doch der Winter bietet mir nur sehr wenig an. Daher habe ich mir ein Pfund Blauholz vom Campechebaum bestellt. In der Umgangssprache heißt dieser auch Blutholzbaum, ein sehr aussagekräftiger, fantasievoller Name. Nachdem ich die Färbeergebnisse vor mir hatte, kam ich zu dem Schluss, dass mit sehr wenig Blauholz sehr viel Wolle gefärbt werden kann, bevor das Farbbad seine Kraft verloren hat. Die Wollstränge des ersten Farbbades sind benahe so dunkellila wie eine Aubergine, die nachfolgenden wurden stufenweise heller blaulila bis fliederfarben. Aus 100 g Blauholz konnte ich gut 500 g Textilien färben. Selbst wenn die Farbe nicht ganz waschfest ist, so hat mich die Ausdruckskraft doch überzeugt.

Blauholz

Rezept dunkellila Färbung mit Blauholz für 200 g Textilmaterial

  • 100 g geschnittenes Blauholz in 10 Liter Wasser aufkochen lassen
  • über Nacht ziehen lassen
  • abseihen und Pflanzenmaterial ins Färbetuch einbinden.
  • vorgebeiztes Färbegut in den Farbsud mit dem eingebundenen Pflanzenmaterial einlegen
  • eventuell Wasser zugeben, damit das Färbegut bedeckt ist
  • auf ungefähr 70 Grad erwärmen
  • vom Herd nehmen
  • unter gelegentlichem Umrühren für einen Tag ziehen lassen
  • dann waschen und gut spülen

Sandelholz

Sandelholz und Rote Beete Färbung

Sandelholz und Rote Beete Färbung

Ausnahmsweise habe ich mit einer Pflanze gefärbt, die nicht heimisch ist und ich auch das Pflanzenmaterial nicht selbst gesammelt habe. Sandelholz habe ich als Duft sehr angenehm und warm in Erinnerung, so dass mir sowohl der Duft, als auch die warme Farbe in diesen kalten Tagen besonders gut gefallen hat. Besonders auf Seide schimmert Sandelholz in sanften Pfirsichfarbenen.

Rezept pfirsichfarbene Färbung mit Sandelholz für 200 g Textilmaterial

  • 100 g Sandelholzspäne in 10 Liter Wasser aufkochen lassen
  • über Nacht ziehen lassen
  • abseihen und Pflanzenmaterial ins Färbetuch einbinden.
  • vorgebeiztes Färbegut in den Farbsud mit dem eingebundenen Pflanzenmaterial einlegen
  • eventuell Wasser zugeben, damit das Färbegut bedeckt ist
  • auf ungefähr 70 Grad erwärmen
  • vom Herd nehmen
  • unter gelegentlichem Umrühren für einen Tag ziehen lassen
  • dann waschen und spülen