Konservieren von Färbepflanzen

Nicht immer habe ich die Zeit, die gesammelten Pflanzen, Beeren, Rinden oder Wurzeln sofort zu verarbeiten. Es hat sich jedoch als völlig unproblematisch herausgestellt, die Färbepflanzen aufzubewahren. Vor allem Beeren können sehr gut eingefroren, um dann später verwendet  zu werden. Ligusterbeeren entfalten sogar mehr Farbeintensität, wenn sie eingefroren waren. Ich vermute, dass der Eiskristalle die Zellwände beschädigt und der Saft so besser austreten kann. Blätter und Blüten verlieren nichts an ihrer Färbekraft, wenn sie getrocknet werden. Ebenso ergeht es mit Rinden und Wurzeln, die sich hervorragend trocknen und zum Beispiel in alten Apothekergefäßen aufbewahren lassen.

Färbemittel

Färbemittel

Schonendes Beizen mit Alaun

Damit Pflanzenfarben in Textilfasern von z.B. Wolle eindringen können, muss diese aufgeschlossen werden. Diese Vorbereitung nennt man das Beizen. Zum Beizen eigenen sich große Email- oder Edelstahltöpfe. Behälter aus anderen Materialien können bereits einen verändernden Einfluss auf den späteren Farbton beim Färben haben. Das Beizmittel Alaun ist als Pulver oder Kristalle erhältlich. Zur Schonung der Faser, die beim Beizen mit Alaun bei hohen Temperaturen angegriffen wird, verwende ich dieses alternative Verfahren:

Beizen von Wolle

Beizen von Wolle

Grundrezept

  • 150 g Alaun in 1 Liter warmen Wasser auflösen und dann in 24 Liter kaltes Wasser einrühren
  • 1000 g Textilfaser gründlich in Wasser einweichen und dann feucht in das kalte Beizbad einlegen
  • Textilfaser im Beizbad auf etwa 40 °C erwärmen

Die Textilfaser verbleibt für mindestens sechs Stunden im Beizbad und sollte ab und zu sanft bewegt werden. Ich bevorzuge das Verbleiben der Fasern im Beizbad über Nacht, damit die Beize gut eindringen kann.